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MAX! Heizungssteuerung

Bildschirmfoto des MAX! Online-Portals
Bildschirmfoto des MAX! Online-Portals

Mit der MAX!-Heizungssteuerung können für jeden Raum spezifische Tages- bzw. Wochenprogramme angelegt werden. Wird in einem Raum ein Fenster geöffnet, werden die Heizkörper in diesem Raum herruntergeregelt. Außerdem kann man mit einem ECO-Taster alle Heizkörper in einen Spar-Modus versetzen, wenn man einmal kurzfristig tagsüber aus dem Haus muss und nicht das Programm ändern will.

Das gesamte System kann über eine Software für Windows und ein Online-Portal gesteuert werden. Die Mac-Version der Software funktioniert nicht. Außerdem gibt es Apps für Android und iOS. Über die Android-Ap kann ich nichts sagen, die iOS-Version funktioniert nicht.

Verwendete Komponenten

  • MAX! Cube LAN Gateway, ARR-Bausatz (ein Stück)
  • MAX! Heizkörperthermostat, ARR-Bausatz (sechs Stück)
  • MAX! Fensterkontakt ARR-Bausatz (vier Stück)
  • MAX! Wandtaster ECO, ARR-Bausatz (ein Stück)

Zum Einsatz kommt die MAX! Heizungssteuerung in meinem Fall in einer ca. 50 Quadratmeter kleinen Wohnung (2ZKB).

Zusammenbau und Inbetriebnahme

Der Zusammenbau der ARR-Bausätze ist relativ einfach. Alle Platinen sind – anders als in den Aufbauanleitungen beschrieben – vollständig bestückt. Beim MAX! Cube LAN Gateway, MAX! Fensterkontakt und MAX! Wandtaster ECO muss nicht gelötet, sondern nur gesteckt werden. Einzig der Zusammenbau des MAX! Heizkörperthermostats ist etwas kniffelig. Vor allem das Anlöten des Lichtsensors setzt ein wenig Löterfahrung voraus.

Die Inbetriebnahme war komplizierter als gedacht, muss aber glücklicherweise nur einmal gemacht werden. Zum einen meldete der erste Heizungssteller, den ich in Betrieb nahm, dass das Ventil zu schwergängig sei. Der Trick ist in einem solchen Fall, die Adaption einmal mit sehr schwachen Batterien durchzuführen, danach klappt die Adaption mit neuen Batterien. Alle anderen Heizungssteller funktionierten einwandfrei und das schon seit nunmehr sechs Jahren (Stand: 2018).

Zum anderen ließ sich die MAX!-Software für den Mac nicht installieren, ohne die die Vernetzung der Steller, Fensterkontakte etc. nicht möglich ist. Auch die Windows-Software funktionierte nicht in einer virtuellen Maschine (Parallels). Also habe ich einen 10 Jahre alten Laptop mit Windows XP reaktiviert. Mit diesem Uraltgerät war das Einrichten des Systems dann allerdings ein Kinderspiel.

Erfahrungen

Nach der holprigen Ersteinrichtung funktioniert das System perfekt. Die Heizungssteller arbeiten minutiös das Wochenprogramm ab. Mit der Software und auch über das Online-Portal können ganz leicht Änderungen am Programm vorgenommen werden. Anfangs hatte ich den Eindruck, dass die elektronischen Heizungssteller die Zimmertemperaturen sehr viel exakter regeln als die alten Thermostate. Nachdem ich im Herbst 2018 meine Innenraumthermomether in Betrieb genommen habe muss ich jedoch feststellen, dass die vom Innenthermometer gemessene Temperatur unabhängig ist von der an den Thermostaten eingestellten Temperatur. Egal ob ich dort 21°C oder 24°C einstelle, mein Innenraumthermomether misst keinen Unterschied. Interessant ist auch, dass die Temperatur nur dann gehalten wird, wenn ich nicht zuhause bin. Sobald ich zuhause bin, steigt die Temperatur kontinuierlich an. Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Thermostate die Temperatur weitaus schlechter regeln, als ich es erwartet habe.

Die iOS-App ist eine herbe Enttäuschung. Anfangs hat sie funktioniert, wenngleich die Funktionen recht begrenzt sind und die Bedienung umständlicher ist als nötig. Zum Beispiel kann man die Heizungssteller nicht mit einem Klick ausschalten, sondern muss so oft auf dem Minus-Knopf drücken, bis man in 1/2-°Celsius-Schritten bei „Aus“ angekommen ist. Es ließ sich immerhin jederzeit der Status des Systems überprüfen und die voreingestellten Temperaturen übersteuern. Mittlerweile funktioniert die iOS-App nicht mehr (Stand: 2018). Man kann sich zwar noch die an den Thermostaten eingestellten Temperaturen anzeigen lassen, Änderungen werden aber nicht an die Thermostate übertragen.

Hin und wieder kommt es vor, dass ein Heizungssteller anzeigt, die Funkverbindung zur Basisstation (Cube) verloren zu haben. Interessanterweise kommen trotzdem die Befehle vom Cube am Steller an. Die Fehlermeldungen haben also (bisher) keinen Einfluss auf die Funktion gehabt.

Eine tolle Funktion wäre, wenn man die Regelung des Eco-Modus' von der Außentemperatur abhängig machen könnte, denn an besonders kalten Tagen schafft es die Heizung nicht, die Raumtemperatur in einer angemessenen Zeit wieder auf die Komfort-Temperatur zu bringen. Daher stellt man die Eco-Temperatur notgedrungen höher ein, was aber nur an besonders kalten Tagen notwendig ist. Da der MAX!-Cube ohnehin mit dem Internet verbunden ist, könnte die Außentemperatur über einen Wetterdienst bezogen werden.

Die Software hat seitdem ich das System nutze einen ärgerlichen Programmierfehler: Beim Verlassen der Wohnung betätige ich den Eco-Taster, um die Temperatur um einige Grad Celsius abzusenken. Wenn ich wieder nach Hause komme und zunächst die Fenster zum Lüften öffne muss ich alle Fenster mit Fensterkontakt schließen, bevor ich das System vom Eco- in den Auto-Modus schalte, weil sonst die Thermostate in den Räumen mit geöffneten Fenstern den Eco-Modus nicht verlassen.

Fazit: Die MAX!-Heizungssteuerung hat großes Potenzial. Die Inbetriebnahme gestaltete sich in meinem Fall ziemlich kompliziert, hat aber letztendlich geklappt und muss zum Glück nur einmal erledigt werden.

Um meine Erfahrungen mit der MAX!-Heizungssteuerung zusammenzufassen muss zwischen den Geräten (Thermostate, Fensterschalter etc.) und der Software differenziert werden. Meine Erfahrungen mit den Geräten sind schnell geschrieben, denn im täglichen Betrieb gibt es keine Probleme. Die Ingenieure haben ausgezeichnete Arbeit geleistet!

Die Software muss differenzierter betrachtet werden. Am zuverlässigsten funktioniert das Online-Portal. Die App für iOS hat mal funktioniert, ist momentan aber kaum zu gebrauchen. Möglicherweise wird sie nicht mehr gepflegt. Hier zeigt sich ein grundsätzliches Problem propitärer IoT-Anwendungen: Man ist auf Gedeih und Verderb dem Hersteller ausgeliefert. Stellt der die Entwicklung der Software ein, kann man die ganze teuer gekaufte Hardware in den Müll schmeißen. Ich würde heute keine IoT-Hardware mehr kaufen, wenn die Software oder zumindest die Schnittstellen nicht Open Source sind.

Kann ich die MAX!-Heizungssteuerung nun empfehlen? Ich habe den Kauf zumindest nicht bereut. Letztendlich läuft das System seit 2012 weitgehend störungsfrei. Mit den Unzulänglichkeiten der Apps habe ich mich arrangiert, immerhin funktioniert das Online-Portal ja tadellos. Eine Heizkostenersparnis konnte ich allerdings auch unter Berücksichtigung der steigenden Kosten/Kilowattstunde nicht feststellen. Das war für mich aber auch nicht kaufentscheidend. Vielmehr nutze ich die Komfort-Funktionen der Steuerung: Beispielsweise ist es sehr angenehm, in einem bereits geheizten Badezimmer duschen zu können.

Würde ich die MAX!-Heizungssteuerung noch einmal kaufen? Nein, das wohl nicht, so lange die Schnittstellen nicht offengelegt werden. Allerdings ist mir auch keine Alternative mit offenen Schnittstellen bekannt.

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max_heizungssteuerung.txt · Zuletzt geändert: 31.12.2018 11:38 von Frickelpiet